Di
26
Jan
2010
Datensammlungswut
Quo Vadis? Das private Krankenversicherer Bonitätsanfragen bei Neuabschlüssen durchführen ist bekannt und durchaus berechtigt. Bis jetzt wurden Kunden herausgesiebt die Negativeinträge hatten. Dies geschieht zum Schutz der Versichertengemeinschaft und ist gerade in Bezug auf das neue Pflichtversicherungsgesetz, wonach ein Versicherer auch bei Nichtzahlung der Beiträge nicht mehr kündigen darf und für Notfallversorgung leisten muss, zwingend notwendig. Doch das Kunden die keinerlei Negativmerkmale haben einzig allein aufgrund von einem niedrigen Scoringwert abgelehnt werden ist neu, jedenfalls für mich. Wohin soll das führen? Es ist belegt, dass die meisten Daten aus sogenannten Wirtschaftsauskunftsdateien falsch sind. Selbst die Schufa. Die als einzige „seriöse“ Stelle Daten sammelt, hat ca. 15% Fehlerquote bei anderen Unternehmen haben Stichproben ergeben das mehr als 50% der Daten falsch sind. Unternehmen erheben Daten aufgrund von Meldungen, die sie gar nicht bekommen dürften, weil der Verbraucher hier niemals der Weitergabe der Daten eingewilligt hat. Hier wird mit sensiblen Daten die zur Teilnahme am Wirtschaftsleben notwendig sind immenser Missbrauch betrieben. Es werden Daten weitergeleitet die nicht hätten weitergeleitet werden dürfen. Ich kann nur jedem empfehlen, sich bei den zuständigen Stellen eine Eigenauskunft anzufordern, um zu wissen, was über einen gespeichert wurde. Ein mir vorliegender Fall, ein Schufa Ranking von über 98% bekommt bei einem Sporthandel keine Ware auf Bankeinzug geliefert. Dem Händler wurde keine Erlaubnis erteilt eine Bonitätsanfrage zu stellen, trotzdem tut er es und es passiert nichts. Wohlgemerkt, in dem genannten Fall geht es um Ware im Wert von 30,-€. Wie kommt es zu solch immensen Datenmissbrauch und gleichzeitig zu solch unterschiedlichen Daten? Auf der Seite www.meineschufa.de können Verbraucher ein Musterschreiben herunterladen um sich selbst über die über Sie gespeicherten Daten zu informieren. Und wer bis gestern dachte, er hätte eine ausreichende Bonität, gutes Einkommen, Rechnungen werden bezahlt, der kann sich unter Umständen wundern und merken das die Datensammler einer anderen Meinung sind. In diesem Sinne wünsche ich allen ein erfolgreiches, gesundes 2010.
